Interaktive Videoinstallation
Video-Loop 10:35 min
2022 & 2025
Ein Tisch. Zwei Stühle. Ein Kniffelblock, dessen Spalten bis zum letzten Blatt ausgefüllt sind. Die Projektion einer Person, die immer wieder würfelt, stets dieselben Entscheidungen trifft und ein Spiel spielt, dessen Verlauf durch die Aufzeichnung festgeschrieben steht und sich nicht mehr verändern lässt.
Der Mensch als Homo Ludens, wie Johan Huizinga ihn beschreibt, erschafft Kultur durch das Spiel. Spielen ist mehr als nur Zeitvertreib, es ist eine Form, miteinander in Kontakt zu treten und sich die Welt anzueignen, Regeln zu verstehen und sie gegebenenfalls auch zu brechen. Doch was geschieht, wenn das Spiel zur bloßen Wiederholung wird? Wenn es nicht mehr offen ist, sondern vorherbestimmt?
Die Arbeit setzt sich mit Einsamkeit und sozialer Isolation auseinander. Die Video-Projektion suggeriert die Anwesenheit einer Spielerin, doch es bleibt eine Begegnung ohne Gegenseitigkeit – eine Illusion von Gesellschaft, wie sie auch in digitalen Netzwerken vorherrscht. Diese Form der Interaktion oszilliert zwischen Nähe und Distanz, zwischen Vertrautheit und Entfremdung. Gleichzeitig verweist das Werk auf das altbekannte Gefühl der Wiederholung gesellschaftlicher, aber auch persönlicher Muster und stellt die Frage: Gibt es eine Möglichkeit, den Loop zu verlassen?